cd digipack, 2017, canto crudo, ccr902

vinzenz schwab / mäander 2

Enraptured emanations dance insect waltzes in remote proximity. In Mäander 2, the Austrian Vinzenz Schwab designs organic sound architectures that are possibly not dreamt by humans. How could that sound? Music that declares the human anthill as the abyss of itself in parallel perceptions. The sonic smelling of conditions in the material as an evolutionary biological necessity appear as a consequent method of operation here. Schwab develops a sonic counterdraft to the omnipresent short perception. Mäander 2 converges into a transformed long perception, the branching and curves of which find their way into the ocean – not to the beach. When that occurs remains open.

As the nomad of restraints and the smallest of intensities, Schwab has been dealing with the algorithms and routines of the exceptional Austrian electronic composer and sound physicist Günther Rabl for quite some time and, on the basis of this “digital Helmholtz,” crafts idiosyncratic possibilities of the “uncanny in the restraint” in Mäander 2.

The applied mood architectures and noise conditions originate from Schwab’s bodies of water, demonstration and insects between Patagonia and the Vienna Woods. These 50 minutes, in which technology is no self-aggrandizing ontology, neither appear as hype, nor as brand-new. Mäander 2 is music that forsakes culture and, in case of doubt, rather the soul of the animal, dreams a type of civilization of the uncanny, without crying wolf in the process. (Stefan Fraunberger)

 

vinzenz schwab / mäander 2

Entrückte Emanationen tanzen Insektenwalzer in entfernter Nähe. Der Österreicher Vinzenz Schwab entwirft in „Mäander 2“ organische Klang-Architekturen, die womöglich nicht von Menschen geträumt werden. Wie könnte das klingen? Musik, die in Parallelwahrnehmungen den Humanameisenhaufen zum Abgrund seiner selbst erklärt. Sonisches Riechen von Zuständen im Material als evolutionsbiologische Notwendigkeit erscheint hier als konsequente Arbeitsweise.. Schwab entwickelt einen sonischen Gegenentwurf zur allgegenwärtigen Kurzwahrnehmung. „Mäander 2“ findet sich zu einer transformierten Langwahrnehmung zusammen deren Verästelungen und Kurven ihren Weg ins Meer - nicht an den Strand – finden. Wann das passiert bleibt offen.

Schwab als Nomade der Zurückhaltungen und Kleinstintensitäten setzt sich seit geraumer Zeit mit den Algorithmen und Routinen des österreichischen Ausnahme-Elektronenkomponisten und Sound-Physikers Günther Rabl auseinander und entwirft in „Mäander 2“ anhand dieses „digitalen Helmholtz“ eigensinnige Möglichkeiten des 'Unheimlichen in der Zurückhaltung'. Die zur Anwendung kommenden Stimmungsarchitekturen und Rauschzustände entstammen Schwabs Gewässern, Demonstration und Insekten zwischen Patagonien und dem Wienerwald. Weder als Hype, noch als brandneu erscheint dieser 50-Minüter, in dem Technik keine selbstverherrlichende Ontologie ist. „Mäander 2“ ist Musik, die sich Kultur entsagt und im Zweifelsfall eher die Seele des Tieres, eine Art Zivilisation des Unheimlichen träumt, ohne dabei den Teufel an die Wand zu malen. (Stefan Fraunberger)